Wohnstätten für Menschen mit Behinderung

Man unterscheidet bei den stationären Angeboten zwischen Pflegeheimen und Wohnheimen.
Die Unterbringung in ein Pflegeheim wird meistens nötig, wenn ein sehr hoher Pflegebedarf besteht oder der / die Pflegebedürftige das Rentenalter bereits vor dem Eintreten der Behinderung erreicht hatte und nicht mehr in die eigene Häuslichkeit zurückkehren kann. Im Pflegeheim ist das Personal vor allem auf die Pflege ausgerichtet.

Ein Wohnheim oder auch Wohnstätte für Menschen mit Behinderung, ist ein Angebot der Eingliederungshilfe (Behindertenhilfe). Die Bewohner/-innen können zwar ebenfalls pflegebedürftig sein, jedoch liegt der Fokus vor allem auf der Integration in die Gesellschaft und die Unterstützung bei der Gestaltung des Alltags und der Freizeit (Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft). Der Pflegebedarf darf diesem Ziel nicht entgegenstehen, d.h. er darf nicht vordergründig sein. Andererseits ist das Vorliegen eines Pflegegrades weder ein Hinderniss noch eine Voraussetzung.
Für Menschen mit Behinderung, die rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen sind und lebenspraktische Fähigkeiten, wie z.B. Einkaufen, Kochen, Umgang mit Geld und Gestaltung sozialer Kontakte wiedererlernen müssen, ist diese Wohnform besser geeignet als ein Pflegeheim.

Die Unterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe kann folgende Lebensbereiche beinhalten:

  • Arbeit
  • Aufnahme und Erhalt sozialer Kontakte
  • Begleitung bei Behördengängen
  • Ernährung und Unterstützung bei der Zubereitung von Mahlzeiten
  • Finanzielle Angelegenheiten
  • Förderung und Erhalt der Selbstständigkeit
  • Freizeitbereich
  • Gesundheit
  • Kommunikation im sozialen Umfeld
  • Schaffung einer Tagesstruktur
  • Wohnen

Auch im Hinblick auf das Personal unterscheidet sich das Wohnheim vom Pflegeheim. Im Wohnheim arbeitet vor allem pädagogisch geschultes Personal (u.a. Heilerzieher, Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen) sowie Pflegekräfte und Therapeuten.
Die Bewohner können innerhalb einer solchen Einrichtung entweder in einem eigenen Zimmer oder, falls vorhanden, in einem eigenen Appartement leben. Tagsüber besuchen die Bewohner/-innen eine interne oder externe Tagesbeschäftigung oder eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.


Wie finde ich Angebote?
In Berlin gibt es ein paar wenige Wohnheime speziell für Menschen mit erworbener Hirnschädigung.
Eine Liste aller Berliner Einrichtungen finden Sie hier in der Rubrik „Betreutes Wohnen im Heim für erwachsene Menschen mit Behinderung“ (Achtung, nicht nur MeH!):

Sie können sich auch in Ihrem Bezirk an die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen, den Sozialpsychiatrischen Dienst oder an das Fallmanagement für Eingliederungshilfe des Sozialamtes wenden. Die Adressen finden Sie im Internet oder auf www.berlin.de unter dem jeweiligen Bezirksamt beim Gesundheitsamt bzw. Sozialamt oder unter dem Bürgertelefon 115.

Die Beratungsstelle Lotse Berlin hilft bei der Suche nach einem geeigneten Platz.

Wer bietet stationäres Wohnen für MeH in Berlin an?
Evangelisches Johannesstift – NAVIS
Evangelisches Jugend-und Fürsorgewerk (EJF)
Fürst Donnersmarck-Stiftung

Außerhalb von Berlin:

Hofnungstaler Stiftung Lobetal
RC reweca gGmbH
Oberlin Lebenswelten